Entlastungstage vor dem Fasten

von Cordelia Jülich, Heilpraktikerin & Fasten-Wander-Leiterin mit über 25 Jahren Erfahrung · Lesezeit ca. 6 Minuten

Vielleicht kennst du das: Du hast dir fest vorgenommen zu fasten, startest voller Motivation und schon am ersten Tag kommen Kopfschmerzen, Heißhunger und schlechte Laune. Viele Frauen schließen daraus: „Fasten ist einfach nichts für mich.“ Dabei liegt es fast nie am Fasten selbst. Es liegt am Start.

Nach 27 Jahren Fastenbegleitung weiß ich: Ob eine Fastenzeit gelingt oder zur Qual wird, entscheidet sich oft, bevor der erste richtige Fastentag überhaupt begonnen hat. In diesem Beitrag erkläre ich dir, warum die Entlastungstage so wichtig sind, was dabei in deinem Körper geschieht und wie du dich mit einem einfachen Rezept sanft auf das Fasten vorbereitest.

Was sind Entlastungstage?

Die meisten denken, Fasten beginne mit dem ersten Tag ohne feste Nahrung. Tatsächlich beginnt es ein bis zwei Tage früher mit den sogenannten Entlastungstagen. Und genau diese werden oft unterschätzt.

An diesen Tagen fährst du deinen Körper sanft herunter: kein Kaffee, kein Zucker, kein schweres Essen, kein Alkohol. Stattdessen leichte Kost, gedünstetes Gemüse, etwas Reis, eine warme Suppe. Das klingt unspektakulär. Aber genau hier entscheidet sich, ob dein Einstieg ins Fasten mühelos gelingt oder ob er dich mit Kopfschmerzen und Heißhunger ausbremst.

Was im Körper an den Entlastungstagen geschieht

Während der Entlastungstage leert dein Körper langsam seine Zuckerspeicher und beginnt, sich auf die Fettverbrennung umzustellen. Dieser Übergang ist ein völlig natürlicher Prozess – aber er braucht ein wenig Zeit.

Wer ihn abrupt erzwingt, spürt das deutlich: Müdigkeit, gereizte Stimmung und dieses berüchtigte „Fasten ist nichts für mich“-Gefühl. Wer den Übergang dagegen sanft gestaltet, gleitet fast mühelos hinein. Der Unterschied liegt also nicht in deiner Willenskraft sondern in der Vorbereitung.

Mein Rat aus über 25 Jahren Erfahrung: Nimm dir die Entlastung genauso ernst wie das Fasten selbst. Sie ist keine lästige Vorstufe, sondern ein wichtiger Teil des Weges.


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Zwei Dinge, die den Anfang leichter machen

Neben der leichten Kost gibt es zwei Punkte, die vielen Frauen den Einstieg spürbar erleichtern.

Schlaf in der ersten Fastennacht

Falls du zu Beginn schlechter schläfst, ist das normal und kein schlechtes Zeichen. Dein Körper befindet sich in einer Umstellungsphase. Meist beruhigt sich der Schlaf ab der dritten Nacht und wird oft sogar tiefer als zuvor.

Ausreichend trinken

An Entlastungs- und Fastentagen braucht dein Körper viel Flüssigkeit: Wasser und ungesüßter Kräutertee. Eine einfache Faustregel: lieber ein Glas zu viel als eines zu wenig.

Rezept für deinen Entlastungstag: Sanfte Gemüsebrühe

Diese Brühe ist mein Klassiker für den Übergang. Sie wärmt, sättigt mild und liefert wertvolle Mineralstoffe – genau das, was dein Körper jetzt gut gebrauchen kann.

Zutaten:

  • 1 Stange Lauch, 2 Möhren, 1 Stück Sellerie, 1 Zucchini, grob geschnitten
  • 1 Liter Wasser
  • frische Kräuter (Petersilie, Liebstöckel), etwas Kurkuma, Salz

Zubereitung:

Gib alle Zutaten in das Wasser und lass alles etwa 30 Minuten leise köcheln. Anschließend abseihen und die Brühe langsam und warm trinken. Du kannst das Gemüse mitessen oder nur die Brühe genießen, beides tut gut.

Ein guter Anfang trägt weit

Die Entlastungstage sind kein Beiwerk. Sie sind die Einladung an deinen Körper, sich in Ruhe auf das einzustellen, was kommt. Wer diesen Anfang achtsam gestaltet, schenkt sich selbst die beste Voraussetzung für eine Fastenzeit, die nicht nach Verzicht schmeckt, sondern nach Klarheit und neuer Kraft.

Besonders schön ist es, diesen Weg in Begleitung zu gehen – mit fachkundiger Anleitung, in einer kleinen Gruppe und an einem schönen Ort. Genau das biete ich bei meinen geführten Fasten-Wander-Reisen, bei denen die Entlastung, das Fasten und das achtsame Fastenbrechen liebevoll begleitet werden. Wenn du magst, erfährst du mehr über meine geführten Fasten-Wander-Reisen.

Du musst nicht perfekt starten und nicht alles auf einmal richtig machen. Beginne mit einem sanften ersten Schritt, dein Körper wird es dir danken.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Fasten ist nicht für jede Frau geeignet, wer schwanger ist, stillt, untergewichtig ist, bestehende Erkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, sollte ein Fastenvorhaben vorab fachlich abklären.

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